Ausgezeichnet mit dem Ursula-Cain-Förderpreis - Teil des Sächsischen Tanzpreises 2017!



Hirschgeweih, Schwarzwälder Kirschtorte, Platte, Lederhose, Vollkornbrot. Typisch deutsch oder doch nur lauter Klischees? Kann sich die junge Generation unseres Landes, die global vernetzt, multikulturell ist und sich als Weltbürger sieht, noch mit Traditionen und Bräuchen ihrer Heimat identifizieren?

Muss der Begriff „Heimat“ in unseren heutigen Zeiten neu definiert werden?
Die Dresdner Choreografin Johanna Roggan lotet in ihrer neuesten Produktion das Gefühl nach dem vermeintlich Eigenen, der Heimat und der einhergehenden Heimatlosigkeit aus. Gemeinsam mit dem Dresdner Gnadenchor und den Tänzerinnen Simone Detig, Anna Fingerhuth, Cindy Hammer, Jule Oeft und Romy Schwarzer, deren Verbindung die deutsche Herkunft ist, werfen sie die Klischees des typisch Deutschen über Bord und gelangen zur Erkenntnis, dass Heimat eine Utopie bleibt, eine Erinnerung und Sehnsucht nach der Ferne, ihre Heimat ist irgendwo im Exil verortet.

Heimat ist nicht als Ort erlebbar, der er ist, sondern als der, der er nicht ist. Als Menschenrecht und nicht als Ideologie scheint die Bedeutung von Heimat, wie Hannah Arendt es einst formulierte, in unserer heutigen Gesellschaft in Vergessenheit geraten zu sein. Mit diesem Bewusstsein werten die Tänzerinnen gemeinsam mit dem Chor ihre Suche nach identitätsstiftenden Traditionen wie dem Volkstanz und dem Deutschen Liedgut auf - beides als Deutschtümelei verpönt - indem sie es dekonstruieren, damit kokettieren und szenisch umdeuten. Für die junge Generation ist das eine Möglichkeit, mit ihrem eigenen „Deutschsein“ umzugehen und selbst als moderner Hybrid Teil einer Gemeinschaft, einer Heimat zu sein.

(Text: Célestine Hennermann)


Das Eigene/ HEIMAT_teaser


Das Eigene/ HEIMAT_soundtrack

Wenn ihr eine CD bestellen wollt, könnt ihr Frieder direkt kontaktieren:
frieder.z(at)web.de


Nächte Spieltermine:
06.05.2018 Görlitz
01.06.2018 Usti nad Labem (CZ)

Mehr Infos HIER


Fotos/ Teaser: Benjamin Schindler
Foto am Tisch: Lutz Michen



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